Bericht: Exerzitien im Alltag 2025
Ökumenische Online-Exerzitien im Alltag
„Jesus - Quelle des Lebens“
Für die Fastenzeit 2025 hat die GCL Schweiz zusammen mit der GCL Deutschland zu ökumenischen Online-Exerzitien eingeladen. Es haben sich 25 Personen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz auf den Exerzitienweg gemacht, der insgesamt fünf Wochen dauerte. Ungefähr zwei Drittel waren zum ersten Mal dabei. Sie wurden an einem Infoabend in die Exerzitien eingeführt. Alle Altersgruppen waren vertreten - von jungen Erwachsenen bis Senioren.
Grundlage für die persönlichen Gebetsübungen war ein attraktiv gestaltetes Heft mit Anleitungen für zwei Gebetszeiten täglich, dem Tagesimpuls und den Tagesrückblick (Gebet der liebenden Aufmerksamkeit). Jede Übungswoche hatte ein eigenes, auf das Thema der vorhergehenden Woche aufbauendes Thema.
Einmal wöchentlich trafen sich die Teilnehmenden am Bildschirm zum Austausch. Dieser Austausch war das Herzstück der Exerzitien, führte er den Teilnehmenden doch die Gemeinschaft vor Augen und ließ sie spüren, dass auch via Bildschirm geistliche Gemeinschaft entstehen kann.
Seit 2016 bieten wir diese ökumenischen Exerzitien im Alltag an. Sie werden von einem inzwischen neunköpfigen Team selbst geschrieben und durchgeführt. Über die Jahre ist ein guter Kontakt mit den neuapostolischen Mitchristen gewachsen, die mittlerweile unser Team mit drei Personen verstärken. Unser Anliegen ist, dass die lebensnahe und alltagstaugliche ignatianische Spiritualität für den fünfwöchigen Übungs- und Gebetsprozess für die Teilnehmenden fruchtbar werden kann.
Martin Bergers, Gesamtleitung
Im Folgenden geben vier Teilnehmende und eine Gruppenleiterin ihre Eindrücke wieder. Alle fünf waren zum ersten Mal dabei. Wo nichts anderes dabei steht, sind sie katholischer Konfession.
TEILNEHMENDE
Birgit Garthe, München - Ich habe gezielt nach einem Online-Angebot gesucht, denn das ist auch als Mutter von einem Kleinkind sehr gut machbar. Ich fand die täglichen Impulse als auch den Austausch in den Kleingruppen sehr bereichernd.
Elisabeth Calcagnini, GCL Schweiz - Während der Fastenzeit in einer Online-Gruppe regelmässig auszutauschen und täglich für sich stille Zeiten zu gestalten, war eine sehr bereichernde Erfahrung. In guter Erinnerung geblieben ist mir, wie viel biblische Texte oder nur einzelne Worte aus diesen Texten mit dem eigenen Leben zu tun haben, was da alles für Bilder aufsteigen und wie heilend das wirken kann. In den Gleichnissen sind tiefe Weisheiten verborgen, die uns das Reich Gottes bildhaft veranschaulichen.
Und ich habe gestaunt, wie viel ich in diesen Tagen geschrieben habe. Es entstanden kleine Gebete und regelmässig habe ich auch einen Tagesrückblick notiert.
Geblieben ist das Vertrauen, dass Gott mich sieht und mich mit seinem liebenden Blick begleitet.
Julian Gasser, Salvenach/CH - Mitgenommen habe ich die Art und Weise der Bibelbetrachtung, die mir sehr geholfen hat, die Texte zu vertiefen und dort Gott besser zu erkennen und zu begegnen. Der Austausch in der Gruppe war dann ein guter Ort, diese Dinge zu betrachten und dazu verschiedene Gedanken/Impulse zu hören.
Nicole Berger, Neuapostolische Kirche, Bern/CH - Die Exerzitien waren für mich trotz hektischem Alltag und wenig Zeit sehr bereichernd. Obwohl ich nicht jeden Tag dazu kam, Zeit der Stille einzubauen, empfand ich durch die regelmässigen Treffen Kontinuität in meinem Prozess. Die Begleitgespräche haben mich dabei unterstützt, meinen individuellen Weg zu gehen und mich darin auf Gott auszurichten. Mitgenommen aus dieser Zeit habe ich besonders die verschiedenen Formen von Gebet, insbesondere Körper- und Atemgebete, welche mich seither durch den Alltag begleiten.
GRUPPENLEITERIN
Christine Marbeiter, GCL München - Für mich war es eine Freude, als (deutsche) Gruppenleiterin diese Exerzitien mitzubegleiten. Zwar bin ich recht spät zum Team dazugestoßen - und wurde mit großer Offenheit und Wertschätzung aufgenommen. Eine mutmachende Erfahrung!
Ausblick auf den Herbst 2026: In Zukunft möchten wir die ökumenischen Online-Exerzitien nicht mehr in der Fastenzeit, sondern im Herbst durchführen. Wir beginnen damit im Herbst 2026, von Ende Oktober bis Anfang Dezember. Weitere Informationen folgen.
Wir suchen weitere Gruppenleitende. Bei Interesse bitte Kontakt aufnehmen mit: bildung.formation@gcl-cvx.ch
Bericht: Wir feiern Ostern in Gemeinschaft
Mit der Liturgie als Wegweiser
Die diesjährigen Kar- und Ostertage im Lassalle-Haus wurden gemeinsam vom Lassalle-Haus sowie der GCL in der Schweiz veranstaltet, vertreten durch Toni Kurmann SJ bzw. Christina Manke und Martin Bergers. 18 Teilnehmende kamen, und mit den beiden anderen Kursen und Einzelgästen war das Lassalle-Haus noch einmal fast ausgebucht.
Die verschiedenen Gottesdienste feierten wir alle zusammen sowie mit auswärtigen Gästen, so dass wir zu einer grossen Gemeinschaft verbunden wurden.
Das letzte Abendmahl Jesu, seine Passion und Kreuzestod sowie seine Auferstehung – die Liturgie nimmt uns mit tiefen Symbolen dort hinein, wir sind in der Gemeinschaft verbunden. Diese grosse und dichte Liturgie wurde in den weiteren Zeiten entfaltet: Mit Morgenmeditationen samt Körperübungen, Bibliologs, Bild- und Bibelmeditationen und mehr. Z.B. führte uns Toni Kurmann im Nachklang zur Karfreitagsliturgie auf den Friedhof der Jesuiten. Der Gang zum Friedhof brachte einmal mehr zum Bewusstsein: Jesus ist gestorben, er ist wirklich tot. Dieser Friedhof, so führte Toni aus, ist keine Sackgasse, sondern es führt ein zweiter Weg den Hügel hinauf – dort hin, wo in der Osternacht das Osterfeuer brennen sollte.
Die Gruppe der Teilnehmenden war sehr verschieden in Bezug auf ihr Alter, Behinderungen und den ganz persönlichen Wegen des Glaubens. Die Stimmung war gut – das war besonders am Ostermorgen zu spüren, als die Gruppengespräche sehr lebhaft waren und der fröhliche Austausch kein Ende nehmen wollte. Wie die Schlussrunde zeigte, waren alle dankbar für die Gemeinschaft und wurden beschenkt mit kostbaren Erfahrungen.
Diese tief berührenden Tage wurden getragen vom „Genius loci“ des Lassalle-Hauses. Gerade deshalb schmerzt die Perspektive der bevorstehenden Teilschliessung. Hoffen wir - falls keine Lösung gefunden wird für Bad Schönbrunn – dass sich andere Orte finden lassen für derar&ge Erfahrungen von Gemeinschaft.
Wir haben als Mitglieder der GCL das Anbieten von Feiertagsgestaltung für andere als sehr bereichernd erlebt. Und dieser Dienst an anderen hat sich ausgewirkt. Eine Teilnehmerin der Ostertage ist nun Mitglied der GCL-Gruppe Basel.
Christina Manke und Martin Bergers